Newsletter

Bitte JavaScript aktivieren, um das Formular zu senden

Impressum / Datenschutz

 

Jan Dismas Zelenka 1679 – 1745

Litaniae Lauretanae Consolatrix Afflictorum ZWV 151,

für Soli, Chor und Orchester

Magnificat D-Dur ZWV 108  für Soli, Chor und Orchester

 

Arvo Pärt *1935

Magnificat (1989) für gemischten Chor a cappella

 

Johann Sebastian Bach 1685 – 1750

Magnificat D-Dur BWV 243, für Soli, Chor und Orchester

 

 

 

 

Gedanken zum Konzertprogramm

Das Magnificat ermöglicht aufgrund seiner Anlage eine Vielzahl verschiedener Satztypen, ist zeitlich im Kirchenjahr nicht zwingend gebunden, bedient sich einer ausdrucksvollen, bildreichen Sprache und ist im katholischen wie im reformierten Kontext etabliert. So eignet es sich hervorragend, um die Kreativität, die Balancefähigkeit zwischen Neuerung und Tradition sowie das breite stilistische Handwerkszeug eines Kirchen­ musikkomponisten, beispielsweise zu Bewerbungszwecken, unter Beweis zu stellen. In der Tat wurde das Stück in der Barockzeit so verwendet.
Um diese Natur hörbar und nachvollziehbar zu machen, ist das diesjährige Programm des Singkonvents Frei­ amt im Sinne eines Quer­ und Längsvergleichs von Magnificat­Kompositionen angelegt. Einerseits stellt es die beiden prachtvollen, aber auch subtilen und extrem abwechslungsreichen Werke der Barockkomponisten Bach und Zelenka gegenüber, welche den Rahmen des Konzerts bilden. Andererseits stellt der Vergleich mit einer A­cappella Fassung des noch lebenden estnischen Komponisten Arvo Pärt einen Bezug ins Heute dar. Im Konzertablauf gliedert das Stück durch seine Position in der Mitte, richtet die Ohren neu aus und gibt den Hörern die Möglichkeit, übergeordnete Zusammenhänge wahrzunehmen.
Abgesehen davon sind die Stücke für sich selbst genommen Meisterwerke, die einmal aufgrund ihrer Schwie­ rigkeit oder ein andermal wegen ihres geringen Bekanntheitsgrades leider eher selten gespielt werden.
Von barocker Pracht bis zu asketischer Kontemplation wird in der Klosterkirche Muri annähernd jede Nuance zu hören sein.
Nach 30­jähriger Leitung des Singkonvents Freiamt durch David Schneider werde ich mit diesem Programm meinen Einstand als neuer Leiter geben.

Walter Siegel

Litaniae Lauretanae

Die Litanei, eine Gebetsform des Wechselgesanges zwischen Vorbeter und Volk, wurde aus dem Judentum und aus antiken Kulturen übernommen. Die erste lateinische Form der Lauretanischen Litanei – Litanei von der Seligen Jungfrau Maria – ist eine in der katholischen Kirche verwendete Litanei, deren Anrufungen sich an die Gottesmutter richten. Sie geht auf mittelalterliche Wurzeln zurück und wurde mehrfach erweitert und ver­ ändert. In der überlieferten Form ist erstmals 1531 im italienischen Wallfahrtsort Loreto belegt, nach dessen Namen sie benannt ist.
Verschiedene Musiker fühlten sich von diesem Text angesprochen und komponierten festliche Werke.

Magnificat – Lobgesang Marias

In der Darstellung des Lukasevangeliums (Lk 1,46­55) besucht Maria wenige Tage nach der Verkündigung durch den Engel Gabriel ihre Cousine Elisabeth. Auf Elisabeths prophetischen Willkommensgruss antwortet Maria mit dem Magnificat­Hymnus, der im psalmischen Stil verfasst ist. Darin preist Maria auf Grund ihres Glaubens Gott als den, der sich ihr und allen Geringen, Machtlosen und Hungernden zuwendet, um sie aufzu­ richten, dagegen die Mächtigen, Reichen und Hochmütigen von ihren Thronen stürzt.